Eine der häufigsten Fragen vor dem Kauf einer Laserschneidmaschine lautet: Wie viel Leistung in Kilowatt brauche ich wirklich? Mehr Leistung bedeutet höhere Anschaffungskosten – zu wenig Leistung begrenzt die Materialstärken und die Geschwindigkeit. Dieser Beitrag gibt einen praxisnahen Überblick.
Die Laserleistung bestimmt zwei Dinge: die maximal schneidbare Materialstärke und die Schnittgeschwindigkeit. Eine höhere Leistung schneidet dickeres Material und dünnes Material schneller. Welche Stärke tatsächlich erreicht wird, hängt aber auch vom Werkstoff, vom Schneidgas und von der Maschinenkonfiguration ab.
Wichtig: Edelstahl und Aluminium benötigen bei gleicher Stärke mehr Leistung als Baustahl, da sie das Laserlicht anders absorbieren und meist mit Stickstoff statt Sauerstoff geschnitten werden.
Die folgenden Werte sind Orientierungswerte für die maximal sinnvoll schneidbare Stärke in Baustahl. Die wirtschaftliche Stärke für hohen Durchsatz liegt jeweils darunter.
| Laserleistung | Baustahl ca. | Edelstahl ca. | Aluminium ca. |
| 1,5 kW | bis 8 mm | bis 5 mm | bis 4 mm |
| 3 kW | bis 16 mm | bis 10 mm | bis 8 mm |
| 6 kW | bis 25 mm | bis 20 mm | bis 16 mm |
| 20 kW+ | über 40 mm | über 40 mm | über 30 mm |
Diese Werte variieren je nach Maschinenhersteller, Schneidkopf und Gasdruck. Sie ersetzen keine Testbearbeitung mit Ihrem konkreten Material.
1. Welche Materialstärken schneiden Sie am häufigsten? Dimensionieren Sie nach dem typischen Tagesgeschäft, nicht nach dem seltenen Extremfall.
2. Welcher Werkstoff dominiert? Wer viel Edelstahl oder Aluminium schneidet, sollte tendenziell mehr Leistung einplanen.
3. Wie wichtig ist die Geschwindigkeit? Bei hohen Stückzahlen im Dünnblech bringt mehr Leistung spürbar Durchsatz – auch wenn die Materialstärke gering ist.
4. Welche Reserven sind sinnvoll? Eine Stufe mehr Leistung gibt Spielraum für neue Aufträge, erhöht aber Anschaffung und Stromverbrauch.
Sauerstoff wird vor allem bei dickerem Baustahl eingesetzt und unterstützt den Schnitt durch eine exotherme Reaktion.
Stickstoff liefert oxidfreie, blanke Schnittkanten – besonders bei Edelstahl und Aluminium gefragt. Er erfordert höhere Leistung und höheren Druck, dafür ist die Kante nachbearbeitungsfrei.
Der Stickstoffverbrauch ist ein erheblicher Kostenfaktor. Eine eigene Stickstofferzeugung per PSA-Technologie kann sich hier schnell rechnen.