Beim Kauf einer Laserschneidmaschine stellt sich zuerst die grundlegende Frage nach der Lasertechnologie. Über viele Jahre dominierte der CO₂-Laser die Blechfertigung. Heute hat der Faserlaser (Fiber-Laser) ihn in nahezu allen Anwendungen der Metallbearbeitung abgelöst. Dieser Beitrag erklärt die Unterschiede und hilft bei der Entscheidung.
Der CO₂-Laser erzeugt sein Licht in einem mit Gas gefüllten Resonator und arbeitet mit einer Wellenlänge von 10,6 Mikrometern. Der Strahl wird über ein System aus Spiegeln zum Schneidkopf geführt.
Der Faserlaser erzeugt den Strahl in einer dotierten Glasfaser und arbeitet mit einer Wellenlänge von rund 1,06 Mikrometern. Der Strahl wird verlustarm durch ein Lichtleitkabel geführt – ohne empfindliche Spiegeloptik.
Diese kürzere Wellenlänge ist der entscheidende Faktor: Metalle absorbieren das Faserlaser-Licht deutlich besser, besonders reflektierende Werkstoffe wie Aluminium, Kupfer und Messing.
Höhere Geschwindigkeit im Dünnblech: Bei Materialstärken bis etwa 6 mm schneidet der Faserlaser zwei- bis dreimal schneller als ein vergleichbarer CO₂-Laser.
Deutlich höhere Energieeffizienz: Faserlaser erreichen einen Wirkungsgrad von 30 bis 40 Prozent, CO₂-Laser nur rund 10 Prozent. Das senkt die Stromkosten erheblich.
Geringerer Wartungsaufwand: Keine Resonatorspiegel, kein Lasergas, keine Strahljustage. Die Faser ist nahezu wartungsfrei.
Schneiden reflektierender Metalle: Aluminium, Kupfer und Messing lassen sich problemlos bearbeiten – beim CO₂-Laser war das kritisch.
Niedrigere Betriebskosten pro Teil: Die Summe aus Strom, Wartung und Gas macht den Faserlaser im laufenden Betrieb klar günstiger.
Der CO₂-Laser hat heute nur noch in Nischen Vorteile. Er kann auch nichtmetallische Werkstoffe wie Acryl, Holz oder bestimmte Kunststoffe schneiden, was der Faserlaser nicht beherrscht. In sehr dicken Mildstahlplatten lieferte der CO₂-Laser früher eine etwas glattere Schnittkante – moderne Hochleistungs-Faserlaser haben diesen Vorsprung jedoch weitgehend aufgeholt.
Für reine Metallbearbeitung ist der Faserlaser heute praktisch immer die wirtschaftlichere Wahl.